Postulat Nr. 2026-808 von Stefan Maissen, FDP, und Mitunterzeichnenden: Zukunft des lokalen Gewerbes - Massnahmen zur Stärkung des Detailhandels in Horw
- Nummer
- 2026-808
- Geschäftsart
- Postulat
- Status
- Eingereicht
- Datum
- 12. Mai 2026
- Verfasser/Beteiligte
- Maissen Stefan (Erstunterzeichner/-in), Biese Jürg (Mitunterzeichner/-in), Bisang Ramon (Mitunterzeichner/-in), Forrer Johannes (Mitunterzeichner/-in), Hool Carla (Mitunterzeichner/-in), Lindegger Yvonne (Mitunterzeichner/-in)
- Beschreibung
Eingegangen am 12. Mai 2026
«Derzeit zeigt sich, dass verschiedene Detailhandelsgeschäfte in Horw Mühe haben, fortzubestehen. Ein Geschäft wurde bereits aufgegeben, weitere Schliessungen von Geschäften wurden angekündigt. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein. Es ist davon auszugehen, dass strukturelle Veränderungen im Detailhandel (u.a. Online-Handel) übergeordnete gesamtgesellschaftliche Ursachen haben, denen auf Gemeindeebene kaum entgegnet werden kann. Der Trend gefährdet aber nicht nur die Nahversorgung und das vielseitige, lokale Angebot für die Bevölkerung, sondern schmälert auch die Attraktivität unserer Gemeinde als Wohn- und Gewerbestandort.
Deshalb gilt es zu prüfen, ob und inwiefern die Gemeinde Horw ihren Handlungsspielraum diesbezüglich genügend ausschöpft.
Vergleichbare Schweizer Gemeinden sind diesbezüglich aktiv. Ein aktuelles und lehrreiches Beispiel ist die Stadt Wädenswil, welche in einem professionellen Strategieprozess (Schlussbericht «Aufwertung Innenstadt & Detailhandel», BHP Brugger und Partner AG, Dezember 2025) dieselbe Ausgangslage analysiert. Die Stadtregierung kommt zum Schluss, dass gezielte, koordinierte Massnahmen wirksam sind – sofern ein klares politisches Commitment besteht und die relevanten Akteure strukturiert zusammenarbeiten.
Die FDP-Fraktion bittet den Gemeinderat deshalb, in den folgenden drei Bereichen Massnahmen zu prüfen:
1. Lagebeurteilung und Monitoring
Der Gemeinderat soll prüfen, ob eine systematische, kostengünstige Bestandsaufnahme der Erdgeschossnutzungen und der Gewerbeentwicklung im Ortskern und in den neuen Quartieren von Horw Mitte durchgeführt und ein dauerhaftes Monitoring etabliert werden kann. Dabei müsste insbesondere erhoben werden, welcher Anteil der Erdgeschossflächen publikumsorientiert und diversifiziert genutzt wird – und ob planungsrechtliche Instrumente zur Sicherung eines Mindestanteils solcher Nutzungen sinnvoll sein könnten. Dies als Basis für die weiteren zwei Prüfaufträge des Postulates und möglichen Massnahmen.
2. Dialog und Koordination
Der Gemeinderat wird ersucht zu prüfen, wie die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Gewerbetreibenden und Liegenschaftseigentümern strukturiert werden kann – etwa durch einen moderierten Runden Tisch oder ein gemeinsames Gremium. Analog zu Erfahrungen vergleichbarer Gemeinden (z. B. Wädenswil, Altstadtkommission Willisau) wird empfohlen, zunächst eine zeitlich befristete Pilotphase von zwei bis drei Jahren vorzusehen, bevor über eine dauerhafte Institutionalisierung (z. B. «Dorfmanager» oder Leistungsauftrag an den Gewerbeverein) entschieden wird.
3. Massnahmen zur Stärkung des Ortskerns und der Bereiche von Horw Mitte
Der Gemeinderat wird gebeten, konkrete Massnahmen zur Förderung und Priorisierung des lokalen, diversifizierten Detailhandels und zur Attraktivitätssteigerung des Ortskerns zu prüfen, wobei selbstverständlich die Wirtschaftsfreiheit gewahrt und das Kosten-Nutzen-Verhältnis berücksichtigt werden müssen. Dabei sind namentlich Möglichkeiten im Bereich Veranstaltungen, Gestaltung des öffentlichen Raums sowie organisatorische Unterstützungsangebote zu prüfen. In die Überlegungen sollen auch der Perimeter von Horw Mitte und namentlich die Areale im Bebauungsplan Zentrumszone Bahnhof Horw - Teil Ost miteinbezogen werden.
Ein lebendiger Ortskern mit vielseitigem Dienstleistungs- und Detailhandel-Angebot ist ein zentrales Element der Wohn- und Lebensqualität in Horw. Der schleichende Rückgang von Fachgeschäften und die Gefahr einer Monokultur von Dienstleistungsbetrieben ohne Nahversorgungsfunktion erfordert ein aktives Gegensteuern. Das vorliegende Postulat verfolgt keine dirigistischen Eingriffe in den Markt, sondern zielt auf eine systematische Analyse der Lage sowie auf ein koordiniertes Vorgehen der öffentlichen Hand mit den relevanten privaten Akteuren ab.
Der Schlussbericht der Stadt Wädenswil (BHP Brugger und Partner AG, Dezember 2025) belegt exemplarisch, dass vergleichbare Gemeinden dieselben Herausforderungen kennen, und dass strukturierte, politisch getragene Strategieprozesse wirksam sein können. Der Bericht empfiehlt u. a. ein systematisches Monitoring der Erdgeschossnutzungen, einen moderierten Dialogprozess mit Gewerbe und Liegenschaftseigentümern, die Prüfung einer aktiven Bodenpolitik sowie Massnahmen zur Aufenthaltsqualität als eigenständiges Handlungsfeld.
Diese Erkenntnisse sind auch auf Horw übertragbar. Die FDP-Fraktion ist denn auch überzeugt, dass Horw über die nötigen Voraussetzungen verfügt, um mit gezielten Massnahmen den Detailhandel in Horw nachhaltig zu stärken.
Wir danken dem Gemeinderat für die Prüfung dieser Anliegen.»
Zugehörige Objekte
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| Postulat Nr. 2026-808 (PDF, 114 kB) | Download | 0 | Postulat Nr. 2026-808 |