Interpellation Nr. 2023-770 von André Fallet, GLP: Cybersicherheit in der Gemeinde Horw – Gefahren von Sicherheitslücken
- Nummer
- 2023-770
- Geschäftsart
- Interpellation
- Status
- Beantwortet
- Datum
- 26. Juni 2023
- Verfasser/Beteiligte
- Fallet André (Verfasser/-in)
- Beschreibung
Eingegangen am 26. Juni 2023
Schriftlich beantwortet am 24. August 2023In den letzten Tagen waren zahlreiche öffentliche Verwaltungen Ziel von Hackerattacken. Nun warnt ein Unternehmen, das auf Cybersicherheit spezialisiert ist: «In der Schweiz gibt es zehntausende schwerwiegende Sicherheitsmängel, in vielen Fällen in öffentlichen Verwaltungen.»
Bereits vor vier Jahren wurde die Cybersicherheit mit der Interpellation Nr. 2019-697 von Hans Stampfli, SVP, thematisiert. Vier Jahre sind in der IT-Welt bekanntlich eine halbe Ewigkeit und der Wandel ist markant. Aus diesem Grund stelle ich einige Fragen zu den aktuellen Gegebenheiten.
Unter anderem verübte kürzlich die Hackergruppe «No Name» zahlreiche Angriffe. Diverse Webseiten von Kantonen, Städten oder dem Bund waren teils heftig davon betroffen.
Nun läutet die Schweizer Cyberfirma «Dreamlab» die Alarmglocken. Die Sicherheit der hiesigen IT-Infrastruktur sei löchrig wie ein Käse. Über 106'000 Sicherheitslücken hätten die Auswertungen der Firma aufgezeigt. Bei rund der Hälfte davon handle es sich um gravierende Mängel.
Vertreter des Nationalen Zentrums für Cybersicherheit (NCSC) anerkennen, dass viele Betroffene die Sicherheitsdefizite viel zu spät ernst nehmen. Besonders in der Pflicht stehen dabei öffentliche Einrichtungen. Das geht aus einer Zusammenstellung von «Dreamlab» hervor. 43 Prozent der Mängel betreffen den Bildungsbereich. Die Server von Verwaltungen und der Gesundheitsbranche machen je 20 Prozent der Sicherheitslücken aus.
Die Schweiz betreibt bisher nur einen moderaten Ausbau der Cybersicherheit. Gemäss der NZZ steht die Schweiz in einem internationalen Ranking zu Cybersicherheit nur auf Rang 42.
Nach Aussage eines in der Cybersicherheit dozierenden Hochschulprofessors ist es nicht die Frage, ob eine Verwaltung von einem Cyber-Angriff getroffen wird, sondern wann und wie heftig. In diesem Zusammenhang stellen sich für mich folgende Fragen:
- Welche grundsätzlichen Massnahmen trifft die Gemeinde Horw bezüglich der Cybersicherheit (über Details soll aus Sicherheitsgründen verständlicherweise keine Auskunft gegeben werden)?
- Wie und in welchen Abständen wird die IT-Sicherheit extern überprüft?
- Welche eigenen Ressourcen bezüglich IT-Sicherheit stehen der Gemeindeverwaltung Horw zur Verfügung und wann und wie oft sind externe Mandate zu vergeben?
- Existiert ein Notfallkonzept für einen Cyberangriff (Desaster Recovery) und wird dieser regelmässig geübt?
- Existieren interne Schätzungen zur benötigten Zeit zur Wiederherstellung der Server-Infrastruktur z.B. bei einem flächendeckenden Ransomware-Angriff?
- Ist die Gemeinde mit anderen Gemeinden im Austausch, oder existieren einschlägige Best-Practices Handlungsempfehlungen oder andere geteilte Ressourcen vom Gemeindeverband, Kanton oder vom Bund?
Wir danken dem Gemeinderat und den Verwaltungsmitarbeitenden für die Bearbeitung unseres Anliegens sowie die Beantwortung der Fragen.
Zugehörige Objekte
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| Schriftliche_Beantwortung_IP_770_Cybersicherheit_in_der_Gemeinde_Horw.pdf (PDF, 217 kB) | Download | 0 | Schriftliche_Beantwortung_IP_770_Cybersicherheit_in_der_Gemeinde_Horw.pdf |
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